E-Learning

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Dieser Artikel wurde im WS 2007/08 an der FH Gießen-Friedberg erstellt und beschreibt den Glossareintrag "E-Learning" im Fach MSP.

E-Learning

Unter E-Learning, von electronic learning (elektronisch unterstütztes Lernen) abgeleitet, versteht man alle Formen von Lernen, bei denen digitale Medien zum Einsatz kommen. Die Medien können sich auf die Präsentation / Verteilung von Lernmaterialien beziehen bzw. zur Unterstützung zwischenmenschlicher Kommunikation verwendet werden. Einer der Vorreiter auf dem Gebiet des E-Learnings ist Prof. Michael Kerres.


Techniken

Man unterscheidet zwischen verschiedenen Techniken, welche für E-Learning genutzt werden können:

  • Web- und Computerbasierte Trainingsanwendungen
  • Autorensysteme
  • Simulationen
  • Videokonferenzen / Teleteaching
  • Learning Management Systeme
  • Learning Content Management Systeme
  • Content-Kataloge


Web- und Computerbasierte Trainingsanwendungen (CBT)

Unter CBT, Computer Based Training, versteht man Lernanwendungen ohne direkten Kontakt zum Lehrenden bzw. zu anderen Lernenden, deren Einsatz räumlich und zeitlich unbegrenzt erfolgen kann. CBT-Anwendungen werden meist auf CD oder DVD vertrieben und sind vorwiegend zum Selbststudium geeignet. Sie enthalten in der Regel multimediale Lerninhalte wie beispielsweise Animationen oder Videos.

Weitere Bezeichnungen: CAT (Computer Aided Teaching), CAI (Computer Aided Instruction bzw. Computer Assisted Instruction), CBI (Computer Based Instruction), CAL (Computer Aided Learning bzw. Computer Assisted Learning), CUL (Computerunterstütztes Lernen), CUU (Computerunterstützter Unterricht bzw. Computerunterstützte Unterweisung), CBL (Computer Based Learning/ Computerbasiertes Lernen), CBE (Computer Based Education), CGU (Computergestützter Unterricht), RGU (Rechnergestützter Unterricht) oder CUIV Computerunterstütztes interaktives Video

Eine Weiterentwicklung des CBT bildet das sogenannte WBT (Web Based Training). Durch den Online Zugang zur Lernanwendung (die Software wird nicht mehr über Datenträger verbreitet) ergeben sich Möglichkeiten der Kommunikation / Interaktionen mit einem Dozenten bzw. weiteren Lernenden.


Autorensysteme

Autorensysteme können als Entwicklungswerkzeuge für die Erstellung von digitalen Lernangeboten genutzt werden. Häufig sind sie leicht bedienbar, sodass größere Vorkenntnisse über HTML, XML oder Internettechnologie keine notwendige Bedingung darstellen. Beispiele für Autorensysteme sind der Macromedia Director oder Authorware.


Simulationen

Simulationen sind vereinfachte Modelle von realen Abläufen. Sie reduzieren den Sachverhalt auf das Wesentliche und tragen zur Risikominderung bzw. Senkung der Kosten bei.
Ziel von Simulationen ist es, durch freies oder gesteuertes Experimentieren bzw. durch Beobachtung Wissen über die Eigenschaften des modellierten Objekts der realen Welt zu vermitteln.


Videokonferenzen / Teleteaching

Diese Variante des E-Learnings, die eine virtuelle Hörsaal-Atmosphäre schafft, in der Lehrende und Lernende mitander kommunizieren können, ist durch die Übertragung von Video- und Audiosignalen gekennzeichnet. Nachteil dieser Methode sind jedoch die hohen technischen Aufwände.


Learning Management Systeme

Learning Management Systeme dienen im Wesentlichen der Verwaltung und Koordination von Lehrveranstaltungen. Die Aufgaben eines solchen Systems umfassen die Planung, Online-Anmeldung zu den angebotenen Kursen, die Bereitstellung der Kursunterlagen, die Zertifizierung (Erfassen von Schulungsvorgängen, Kursabschlüssen, "Skill-Profilen") und das Messen im Hinblick auf die Nutzung sowie die Ergebnisverwaltung (Erfolgsmessung).


Learning Content Management Systeme (LCMS)

Das LCMS verfügt über eine Userverwaltung, sodass unterschiedliche Rechte für verschiedene Personen bzw. Personengruppen vergeben werden können. Zu den Aufgaben des LCMS zählt das Erstellen, die Verwendung, das Auffinden und die Weiterverarbeitung von Lerninhalten (Content). Darüberhinaus erfolgt eine Versionskontrolle, Redundanzen und widersprüchliche Informationen sollen vermieden werden.


Content-Kataloge

Content-Kataloge dienen dem Austausch von Lernobjekten. Lernobjekte können sein: komplette, vollständige Kurse oder auch Rohmaterialien.


Formen des E-Learnings

Man unterscheidet zwischen verschieden Formen des E-Learnings, von denen einige im folgenden Abschnitt aufgeführt und kurz erläutert werden.

  • Learning Communities: Personengruppen mit gleichen Zielen oder fachlichen Interessen kommunizieren über ein Informations- und Kommunikationssystem zum Zweck des Wissensaustauschs und des Aufbaus einer gemeinsamen Wissensbasis
  • Virtual Classroom: Kommunikation, um räumlich getrennte Schüler und Lehrer zu verbinden (synchrone Lernform)
  • Blended Learning: Integriertes Lernen, Verknüpfung der Vorteile von Präsenzveranstaltungen mit denen des Online-Lernens
  • Computer-Supported Cooperative Learning (CSCL): Lernansätze, bei denen das kooperative Lernen durch den Einsatz von computergestützten Informations- und Kommunikationssystemen unterstützt wird.
  • Web Based Collaboration: Gemeinsame Bearbeitung einer Lernaufgabe von einer Gruppe von Personen über das Internet.
  • Whiteboard: Ermöglicht das gemeinsame Erstellen von Skizzen mit Hilfe von Mal- und Textwerkzeugen und deren Betrachtung über das Internet.
  • Business TV: Auf die Bedürfnisse einer speziellen Gruppe zugeschnittenes Fernsehprogramm, welches diese zum Lernen anregen soll.
  • Rapid E-Learning
  • Mikrolernen: Lernen in vielen kleinen Lerneinheiten und in kurzen Schritten



Bewertung

Trotz vieler Vorzüge wird E-Learning die klassischen Bildungsformen nicht ersetzen können und kann lediglich als eine sinnvolle Unterstützung im Lernprozess angesehen werden.

Vorteile

  • Interaktivität ist möglich
  • Bessere Veranschaulichung abstrakter Inhalte
  • Anpassbarkeit an spezielle, individuelle Bedürfnisse
  • Repetitionsaufgaben / Lernkontrolle individuell
  • Asynchrones, ort- und zeitungebundenes Lernen
  • Individuelles Lerntempo / Vorkenntnisse können berücksichtigt werden
  • Aufnahmekanäle für jeden Lerntyp (auditiv, visuell,...)
  • Vermeidung peinlicher Situationen bei Unwissenheit

Nachteile

  • Einarbeitungszeit für die Verwendung der E-Learning-Techniken.
  • Häufig wird bei der Präsentation von Lerninhalten der Technik eine höhere Priorität zugeordnet als der Didaktik
  • Keine sozialen Kontakte während des Lernens
  • Selbstdisziplin / Selbstlernkompetenz sind notwendig
  • Stör- bzw. Ablenkungsfaktor möglicherweise höher als im Seminarraum


Literatur

http://www.wikipedia.de