Activity Diagram

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Das Aktivitätsdiagramm (engl. activity diagram) ist eine der vierzehn Diagrammarten in der UML (Unified Modeling Language) und zählt zu der Gruppe der Verhaltensdiagramme. Sie dienen zur Modellierung von Flussdiagrammen und werden oftmals bei komplexen Abläufen verwendet.

Definition

Das Aktivitätsdiagramm ist ein Verhaltensdiagramm. Es zeigt eine bestimmte Sicht auf die dynamischen Aspekte des modellierten Systems. Ein Aktivitätsdiagramm stellt die Vernetzung von elementaren Aktionen und deren Verbindungen mit Kontroll- und Datenflüssen grafisch dar. Mit einem Aktivitätsdiagramm wird meist der Ablauf eines Anwendungsfalls beschrieben, es eignet sich aber zur Modellierung aller Aktivitäten innerhalb eines Systems.[1]

Semantik und Notation

Aktivitätsdiagramm

Aktivität

Die Aktivität (engl. activity) ist ein vollständiges Verhaltenselement mit eigener Notation. Ein Ablauf kann parallelisiert und synchronisiert ablaufen. Die Aktivität besteht aus kann aus mehreren elementaren Aktionen bestehen. In der linken oberen Ecke steht der Name der Aktivität und in der rechten oberen Ecke können erforderliche Vor- und Nachbedingungen stehen.

Aktion

Die Aktion (angl. action) ist ein elementarer, ausführbarer Schritt in einer Aktivität. Die Aktion wird durch ein Rechteck mit abgerundeten Ecken dargestellt. Die einfließenden Daten werden entsprechende verändert oder unverändert als Ergebnis zurück gegeben.

Pin

Der Pin (engl. pin) ist das Bindeglied zwischen den Parametern einer Aktion und dem Objektfluss. Die Notation des Pin ist ein kleines Rechteck, das an der Außenkante der Aktion anliegt. Die ein- bzw. ausgehenden Kanten, die mit dem Pin verbunden sind, geben an ob es sich um Ein- oder Ausgabepins handelt.

Aktivitätskante

Die Aktivitätskante (engl. activity edge) wird als Pfeil mit durchgezogener Linie notiert und verbinden die Aktionen. Dabei wird zwischen Objektflusskante (engl. objekt flow) und Kontrollflusskante (engl. control flow) unterschieden. Ist das Ziel der Kante ein Pin, spricht man von einer Objektflusskante. Ist das Ziel direkt eine Aktion, wird es als Kontrollflusskante bezeichnet

Start- und Endknoten

Der Startknoten (engl. initial node) wird bei Aufruf einer Aktivität gestartet und ist somit Ausgangspunkt des Ablauf. Er wird als schwarzer ausgefüllter Kreis notiert. Werden mehr als ein Startknoten zum Beginn der Aktion gestartet, entstehen nebenläufige Abläufe. Beim Endknoten (engl. final node)wird zwischen dem Aktivitätsendknoten (engl. activity final node) und dem Ablaufendknoten (engl. flow final node) unterschieden. Sobal ein Ablauf am Endknoten eintrifft, beeendet der Aktivitätsendknoten, unabhängig wie viele andere Abläufe noch aktiv sind, die Aktivität. Dieser Knoten ähnelt dem Startknoten, hat aber einen weiteren offenen Außenkreis. Der Ablaufendknoten hingegen beendet lediglich den Ablauf einer Aktivität, sobald diese an diesem Knoten eintrifft. Dieser Knoten wird als offener Kreis mit eine Kreuz darin dargestellt.

Entscheidung und Zusammenführung

Die Entscheidung (engl. decision node) ist ein Knoten, der eine eingehende Kante besitzt aber beliebig viele ausgehende Kanten versehen werden kann. Dabei muss jede ausgehende Kante mit einer Bedingung versehen sein. Die Zusammenführung (engl. merge mode) ist das Gegenstück. Es werden mehrere Kanten eingangsseitig zusammengeführt und in nur eine einzige herausgeführt. Die Bedingungen werden mittels boolschen Ausdrücken definiert. Beide Knoten werden durch eine Raute mit entsprechenden vielen ein- und ausgehenden Kanten dargestellt.

Splitting und Synchronisation

Durch einen Splitting-Knoten (engl. fork node) wird genau ein eingehender Ablauf in beliebig viele nebenläufige Abläufe aufgeteilt (gesplittet). Umgekehrt gibt es bei der Synchronisation (engl. join node) nur eine Ausgangskante, die als Ergebnis der Synchronisation der Eingangskanten definiert ist.

Aktivitätspartition

Die Aktivitätspartition (engl. activity partition) kann Aktionen einer Aktivität den verantwortlichen Elementen zugeordnet werden. In der UML1 wurde dies als Schwimmbahn (engl. swimlane) bezeichnet.

Anwendungsbereich

Aktivitätsdiagramm Essen bezahlen

Das Aktivitätsdiagramm wird überall dort eingesetzt, wo Abläufe beschrieben werden müssen. Von der Geschäftsmodellirung über Systemanwendungsabläufe bis hin zur detaillierten Beschreibung von Algorithmen und Operationen.[2]

Quellen

  1. [1], Aktivitätsdiagramm - Wikipedia.
  2. Tim Weilkiens: "Systems Engineering mit SysML/UML - Modellierung, Analyse, Design"dpunkt.verlag, 2.Auflage 2008, ISBN 978-3-89864-577-5

Weiterführende Literatur

Tim Weilkiens: "Systems Engineering mit SysML/UML - Modellierung, Analyse, Design"dpunkt.verlag, 2.Auflage 2008, ISBN 978-3-89864-577-5

Weblinks

Alrn05 09:59, 16. Feb. 2012 (CET) Alexander Lorenz